Christa Stelling (DEVAP), Katja Alfing (Diakonie
RWL, Münster),
Dr. Christof Eichert (MGFFI), Sabine Wolf-Wennersheide (EEB),
Gerrit Heetderks (EEB), Gabriele Winter (Diakonie RWL,
Düsseldorf)
Altenarbeit in
NRW spürt einen Aufwind
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Qualifizierungsprojekt für Offene Altenarbeit endet
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Nach sechs Jahren
erfolgreicher Arbeit endet das Qualifizierungsprojekt
„Aufwind – von der Begegnungsstätte zum
Begegnungs- und Servicezentrum für ältere
Menschen“. Rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden fit
gemacht für eine innovative Altenarbeit angesichts des
demografischen Wandels. Nun läuft die Landesförderung
aus.
Die klassischen
Begegnungsstätten sind seit Jahrzehnten Treffpunkt für
ältere Menschen. Hier werden Geselligkeit und Kultur gepflegt.
Oft sind sie die einzigen Sozialbezüge und wichtiger Termin in
der Woche für alte Menschen. In Folge des demografischen
Wandels, drohen in Wohnquartieren die noch bestehenden sozialen
Netze gänzlich zu zerfallen. Darauf müssen die
Einrichtungen der Offenen Altenarbeit reagieren. Sie müssen
weg von ihrer „Komm-Struktur“ für klassische
Zielgruppen und sollten zukünftig zum Beispiel Angebote
machen, die inmobile Menschen in ihren Wohnungen erreichen oder
Menschen mit Migrationshintergrund besser ansprechen.
Genau hier setzt
„Aufwind“ an. Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus Seniorenbegegnungsstätten wurden für
diese neuen Herausforderungen über eine zwei Jahre dauernde
Fortbildung qualifiziert. In sechs Jahren konnten so 140
Altenarbeiterinnen und –arbeiter erreicht werden. Sie
repräsentieren knapp 90 diakonische, kommunale, freie oder
kirchliche Einrichtungen in NRW – vom Demenzcafé in
Essen über ein Servicezentrum im Märkischen Kreis bis hin
zu dem Projekt Kultur-Mobil in Wiehl. Initiiert und getragen wurde
"Aufwind" von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL), dem
Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein (eeb) und dem
Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration
NRW.
Gabriele Winter,
Referentin bei der Diakonie RWL, beschreibt das Ziel von
„Aufwind“ so: „Die Mitarbeitenden sollen
qualifiziert werden, dass sie dann vor Ort in ihren Einrichtungen
ein umfangreiches Hilfs-, Begleitungs- und
Unterstützungssystem in den Quartieren aufbauen. Damit sollen
alte Menschen eine Chance bekommen, ihr Leben über eine
längere Zeit selbstbestimmt zu führen.“ Ein
Beispiel für eine solche erfolgreiche Neukonzeptionierung der
Offenen Altenarbeit ist die „Drehscheibe rund ums
Alter“ der Evangelischen Altenheime in Leverkusen. Dort gab
es vor einigen Jahren eine Altentagesstätte, die geselliges
Kaffeetrinken, Ausflüge, Bastel- und Gymnastikkreise anbot.
Heute steht die Drehscheibe für umfassenden Service rund ums
Alter. Es gibt ein Beratungstelefon in Sozialfragen. Eine
umfangreiche Datenbank bietet alle relevanten Informationen
für Senioren in Leverkusen. Mit MouseMobil werden ältere
Menschen in ihren Haushalten bei der Nutzung von Computer und
Internet unterstützt. Enge Kooperationen zu Ärzten,
Apotheken, Kirchengemeinden, Pflegediensten und kommunalen
Einrichtungen ermöglichen es, individuelle Hilfsangebote zu
vermitteln. Außerdem bringt eine große Gruppe von
Ehrenamtlichen ihr Erfahrungs- und Fachwissen in die Arbeit mit
ein.
„Mit dem
gemeinsamen Projekt von Erwachsenenbildung, Diakonie und
Ministerium habe wir sicher für etwas frischen Wind in der
Offenen Altenarbeit in NRW gesorgt“, zieht die
Projektkoordinatorin Sabine Wolf-Wennersheide vom eeb eine positive
Bilanz. Sie betont, dass sich die Einrichtungen der Offenen
Altenarbeit in den nächsten Jahren auf geänderte
Erwartungen, Ansprüche und Wünsche der alternden
Gesellschaft einrichten müssen. Das Ziel ist dabei vorgegeben:
Niemand darf wegen seiner altersbedingten Einschränkungen vom
gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. (SGB XII
§71)
Bei der
Abschlussveranstaltung im Duisburger Christophoruswerk erhielten
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des letzten „Aufwind-
Kurses“ ihre Zertifikate. Dazu sprach der Ministerialdirigent
Dr. Christof Eichert über die Entwicklungen und Perspektiven
der Seniorenpolitik NRW und verwies auf die Generation Erfahrung
und deren Bedürfnisse und Erwartungen an die Gesellschaft. Der
Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Franco Rest referierte über
den Umgang mit Einsamkeit und der Arzt Dr. Georg Driesch über
Helfende Beziehungen .
Auskunft:
Sabine Wolf-Wennersheide, Tel.:
0211-3610-230
Gabriele Winter, Tel.: 0211-6398-269