Christa Stelling (DEVAP), Katja Alfing (Diakonie
RWL, Münster), Dr. Christof Eichert (MGFFI), Sabine
Wolf-Wennersheide (EEB), Gerrit Heetderks (EEB), Gabriele Winter
(Diakonie RWL, Düsseldorf)
Altenarbeit in
NRW spürt einen Aufwind
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Qualifizierungsprojekt für Offene Altenarbeit endet
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Nach sechs Jahren
erfolgreicher Arbeit endet das Qualifizierungsprojekt
„Aufwind – von der Begegnungsstätte zum
Begegnungs- und Servicezentrum für ältere
Menschen“. Rund 120 hauptamtliche und 29
ehrenamtlicheTeilnehmerinnen und Teilnehmer wurden für eine
innovative Seniorenarbeit qualifiziert. Nun läuft die
Landesförderung aus.
Neue Perspektiven für
Seniorenbegegnungsstätten
Die klassischen
Begegnungsstätten sind seit Jahrzehnten Treffpunkt für
ältere Menschen.
Hier werden Geselligkeit und Kultur gepflegt. Oft sind sie die
einzigen Sozialbezüge und wichtiger Termin in der Woche
für alte Menschen. In Folge des demografischen Wandels, drohen
in Wohnquartieren die noch bestehenden sozialen Netze gänzlich
zu zerfallen. Darauf müssen die Einrichtungen der Offenen
Altenarbeit reagieren. Sie müssen weg von ihrer
„Komm-Struktur“ für klassische Zielgruppen und
sollten zukünftig zum Beispiel Angebote machen, die inmobile
Menschen in ihren Wohnungen erreichen oder Menschen mit
Migrationshintergrund besser ansprechen.
Genau hier setzt
„Aufwind“ an. Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus Seniorenbegegnungsstätten wurden für
diese neuen Herausforderungen über eine zwei Jahre dauernde
Fortbildung qualifiziert.
In sechs Jahren konnten so 140 Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter
erreicht werden. Sie repräsentieren knapp 90 diakonische,
kommunale, freie oder kirchliche Einrichtungen in NRW – vom
Demenzcafé in Essen über ein Servicezentrum im
Märkischen Kreis bis hin zu dem Projekt Kultur-Mobil in Wiehl.
Initiiert und getragen wurde "Aufwind" von der Diakonie Rheinland-
Westfalen-Lippe (RWL), dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk
Nordrhein (eeb) und dem Ministerium für Generationen, Familie,
Frauen und Integration NRW (MGFFI).
Begegnungsstätten sind Drehscheiben
für alle Fragen des Älterwerdens
Gabriele Winter,
Referentin bei der Diakonie RWL, beschreibt das Ziel von
„Aufwind“ so: „Die Mitarbeitenden sollen
qualifiziert werden, dass sie vor Ort in ihren Einrichtungen ein
umfangreiches Hilfs-, Begleitungs- und Unterstützungssystem
für die Quartiere aufbauen. Damit sollen alte Menschen eine
Chance bekommen, ihr Leben auch im hohen Alter selbstbestimmt zu
führen.“ Ein Beispiel für eine solche erfolgreiche
Neukonzeptionierung der Offenen Altenarbeit ist die
„Drehscheibe rund ums Alter“ der Evangelischen
Altenheime in Leverkusen. Dort gab es vor einigen Jahren eine
Altentagesstätte, die geselliges Kaffeetrinken, Ausflüge,
Bastel- und Gymnastikkreise anbot. Heute steht die Drehscheibe
für umfassenden Service rund ums Alter. Es gibt ein
Beratungstelefon in Sozialfragen. Eine umfangreiche Datenbank
bietet alle relevanten Informationen für Senioren in
Leverkusen. Mit MouseMobil werden ältere Menschen in ihren
Haushalten bei der Nutzung von Computer und Internet
unterstützt. Enge Kooperationen zu Ärzten, Apotheken,
Kirchengemeinden, Pflegediensten und kommunalen Einrichtungen
ermöglichen es, individuelle Hilfsangebote zu vermitteln.
Außerdem bringt eine große Gruppe von Ehrenamtlichen ihr
Erfahrungs- und Fachwissen
in die Arbeit mit ein.
„Mit dem
gemeinsamen Projekt von Erwachsenenbildung, Diakonie und
Ministerium konnten wir den Paradigmenwechsel in der offenen
gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit aktiv gestalten“,
zieht die Projektleiterin Sabine Wolf-Wennersheide vom eeb eine
positive Bilanz.
Sie betont, dass sich die Einrichtungen der Offenen Altenarbeit in
den nächsten Jahren auf geänderte Erwartungen,
Ansprüche und Wünsche der alternden Gesellschaft
einrichten müssen. Das Ziel ist dabei vorgegeben: Niemand darf
wegen seiner altersbedingten Einschränkungen vom
gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden.
Abschlussveranstaltung mit
Zertifikatsverleihung in Duisburg
Bei der
Abschlussveranstaltung im Duisburger Christophoruswerk erhielten
die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer des letzten „Aufwind-Kurses“ ihre
Zertifikate. Dazu sprach der Ministerialdirigent Dr. Christof
Eichert über die Entwicklungen und Perspektiven der
Seniorenpolitik NRW und verwies auf die Generation Erfahrung und
deren Bedürfnisse und Erwartungen an die Gesellschaft.
Der Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Franco Rest referierte
über den Umgang mit Einsamkeit und der Vortrag von Herrn Dr.
Georg Driesch, Arzt für psychosomatische Medizin
(Münster) mit dem Titel: "Risiken und Nebenwirkungen der
helfenden Bezieghung", rundete die Fachveranstaltung
ab.
Auskunft:
Gabriele Winter,
Tel.: 0211-6398-269